Projekte

Die Lukasgemeinde Inzlingen unterstützt die Adolfo-Kolping-Schule in Yaruquies/Riobamba, Ecuador

Unidad de Formación Artesanal „ADOLFO KOLPING’
Calle 24 de Mayo y s/n vía a Puctus
Yaruquies/Riobamba, Ecuador

Spendenkonto:
Kindermissionswerk “Die Sternsinger”
Pax-Bank eG, Kontonummer 1031
BLZ 370 601 93
Verwendungszweck:
P 11 0217 003, Adolfo-Kolping-Schule Riobamba

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Weihnachten 2011

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Adolfo-Kolping-Schule in Yaruquies/Riobamba,

nun ist es schon ein Jahr her, dass Pfarrer Wolfgang Schaft, der Gründer unserer Schule, verstarb. In den Herzen der Menschen in Ecuador und hier bei uns lebt er weiter. Am Allerseelentag wurde seiner in Madrid, in Yaruquies und überall da, wo er gewirkt hat, gedacht.
Wie sieht es derzeit an der Adolfo-Kolping-Schule aus?

Im August haben wieder 25 Jugendliche ihre schulische und berufliche Grundausbildung in den Fachrichtungen Gastronomie/Küche, Textil/Weberei, Schlosserei oder Schreinerei abgeschlossen. Die meisten von ihnen bleiben bei uns und qualifizieren sich in den folgenden drei Jahren für den Zugang zu den ecuadorianischen Fachhochschulen weiter. Allerdings müssen sie nebenbei bereits Geld verdienen: an Wochenenden und in den Ferien arbeiten sie meistens in den Werkstätten, in denen sie im Rahmen ihrer dualen Ausbildung auch ihre Praktika absolvieren. Für die Familien bedeutet diese lange Schulzeit natürlich große Opfer und Einschränkungen.

Da ist die Familie A, deren sechs Kinder bei uns zur Schule gehen. Die Eltern arbeiten beide in einer genossenschaftlichen Einrichtung, in der auf Initiative von Pfarrer Schaft mehrere arme Familien gemeinsam ein Gewächshaus bewirtschaften. Dort werden Tomaten und Gemüse für den Verkauf auf dem Großmarkt angebaut. Damit ist zwar ein monatliches Grundeinkommen gesichert, allein es reicht nicht, um auch noch alle Kinder gleichzeitig zur Schule zu schicken. Deshalb arbeitet die Mutter als Wäscherin, der Vater am Wochenende als Träger auf dem Markt. Der ältesten Tochter Maria fehlen noch zwei Jahre bis zum Abschluss. Erst dann wird sie mit ihrem Lohn die Familie entlasten können.

Alle acht Schülerinnen und Schüler, die im August die Fachhochschulreife bei uns erreicht haben, fanden eine gute Arbeitsstelle. Einige von ihnen haben sich zusätzlich an der technischen Hochschule zur Weiterqualifizierung in Abendkursen eingeschrieben.

Wir freuen uns immer wieder darüber, dass diese jungen Menschen nicht nur persönlich unabhängig und selbständig geworden sind, sondern mit dem verdienten Geld ganz selbstverständlich ihre Familien unterstützen. Der ältere Bruder verzichtet aufs Studium, um der Familiensolidarität wegen der jüngeren Schwester eine Grundausbildung zu ermöglichen!

Einer sehr dünnen Oberschicht mit entsprechender Schul- und Universitätsausbildung steht in Ecuador die riesige Masse ungelernter Arbeiter gegenüber, die mit einfachen Handlangerdiensten kaum zum wirtschaftlichen Aufbau des Landes beitragen können.

Mit ihrem Ausbildungskonzept trägt die Adolfo-Kolping-Schule dazu bei, eine solide handwerkliche Mittelschicht zu stützen, die mit ihrer verlässlichen, qualifizierten Arbeit das Land auf Dauer auch gesellschaftlich und sozial vorwärts bringen wird. Denn das war Pfarrer Schafts Hauptanliegen: mit der Unterstützung für einen bodenständigen Mittelstand langfristig Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

In diesem Zusammenhang bewundern wir immer wieder die unendliche Geduld und Ausdauer, mit der Janeth López, die Schulleiterin, und der Vizerektor José Luis Cabezas die Geschicke der Schule umsichtig und verantwortungsbewusst leiten – trotz vieler, in diesen Ländern üblicher bürokratischer Hindernisse und sonstiger Widrigkeiten!

Ausblick und Herausforderungen
Mit einer kleinen Schülerschar hatte Pfarrer Schaft im Jahr 2000 begonnen. Heute besuchen über 250 Kinder und Jugendliche die Adolfo-Kolping-Schule. Die erste Gruppe unserer Grundschulkinder hat bereits die Sekundarstufe I erreicht und wird mit solidem Grundwissen das Niveau der Ausbildung heben.
Und unsere Schule wächst weiter!
Da der Tourismus in der Region Chimborazo einen erfolgversprechenden Aufschwung erlebt und großer Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich zu erwarten ist, entscheidet sich fast die Hälfte unserer Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe für die Fachrichtung Gastronomie/Küche. Unser kleiner Küchenraum, in dem auch das Mittagessen für alle zubereitet wird, ist auf einen solchen Ansturm an Auszubildenden jedoch nicht vorbereitet. Um die Qualität der Ausbildung auch weiterhin zu gewährleisten, sind eine bauliche Erweiterung und die Erneuerung der Kücheneinrichtung unerlässlich.
Wir wollen diese große Herausforderung unbedingt meistern!
Danke!

Wir sind sehr dankbar, dass Sie, liebe Spenderinnen und Spender, liebe Pateneltern, unserem Projekt treu bleiben. Die Patenschaften bilden inzwischen eine feste Säule unserer Finanzierung. Jede einzelne, jede einmalige Spende zählt! Denn die Finanzierung unserer Schule bleibt durch die auch in Ecuador stetig steigenden Kosten unsere ständige Sorge und bereitet uns im Trägerverein „Fundación Padre Lobito“ immer wieder Kopfzerbrechen.
Jeder Cent kommt an! Das Kindermissionswerk Aachen („Die Sternsinger“) erhöht Ihre Spende um jeweils 20 Prozent und stellt Ihnen die Spendenbescheinigung aus. Mit dem Kindermissionswerk verbindet uns eine langjährige, verlässliche Projektpartnerschaft. Diese Unterstützung mit Rat und Tat ist unschätzbare Hilfe für uns.
Ein herzliches Dankeschön geht an Frau Rosa Frei-Weisskopf aus Wattwil/Schweiz. Über ihren Verein „La Rosa – Entwicklungshilfe für Ecuador“ vermittelt sie uns immer wieder Patenschaften.
Alle in der Adolfo-Kolping-Schule, wir alle in der „Fundación Padre Lobito“, tun das uns Mögliche, um im Sinne Pfarrer Schafts die Schule weiter zu entwickeln. Wenn wir für eine erfolgreiche Zukunft „seiner“ Indigena-Kinder sorgen, ist das sicherlich die schönste Art, seiner zu gedenken und sein Lebenswerk fortzuführen. Danke, dass Sie uns mit Ihrem Vertrauen helfen zu helfen!

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr.

Herzliche Grüße,
Ihre Gabriele Errerd
Sonnhalde 3 / D-79594 Inzlingen / gabriele.errerd@web.de

Neue Bankverbindung
Wie schon im letzten Rundbrief bitten wir Sie, Ihre Spenden künftig direkt auf unser Projektkonto beim Kindermissionswerk zu überweisen. Bitte geben Sie dabei unbedingt unsere Projektnummer P 11 0217 003 an. Wir legen Ihnen einen Überweisungsträger bei.

Bankdaten
Kindermissionswerk „Die Sternsinger“
Pax-Bank eG, Kontonummer 1031 (BLZ 370 601 93)
Verwendungszweck
P 11 0217 003 Schule Riobamba

Diesen Rundbrief hat uns wieder die Firma Kropf & Herz in Lörrach kostenlos gedruckt. Herzlichen Dank dafür!

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Die „Adolfo-Kolping-Schule’ wurde vor 9 Jahren vom ehemaligen Lörracher Pfarrer Wolfgang Schaft gegründet. Yaruquies ist ein kleines Dörfchen mit etwa 3.500 Einwohnern, 2.800 m hoch gelegen in den Anden, am Fuß des höchsten Berges des Landes, dem Chimborazo (6.310 m). Die rein indianische Provinz Chimborazo gehört zu den ärmsten Provinzen des Landes, mangelnde Infrastruktur und Arbeitslosigkeit verursachen sowohl eine starke Binnenwanderung in die Slums der großen Städte als auch Migration nach Spanien. Schwere soziale Probleme in den Familien sind die Folge. Die Zurückgebliebenen ernähren sich mühsam von ein wenig Landwirtschaft und Handel, die Familien unserer Schülerinnen und Schüler leben in extremer Armut, d.h. sie haben täglich weniger als 2 US $ zur Verfügung. Die meisten Familien sind zweisprachig, sie sprechen auch Quichua, die alte indianische Sprache, die mit dem Spanischen nichts zu tun hat.

Bildung und Ausbildung sind die ganz großen Probleme und Aufgaben hier wie in allen Entwicklungsländern. Die Schule „Adolfo Kolping’ versucht eine Antwort auf die Probleme der Provinz zu geben, versucht, Migration zu verhindern und Jugendliche in einen Ausbildungsprozess zu integrieren und ihnen damit eine Zukunftschance in der Region zu geben. Inzwischen gehört auch eine Grundschule dazu, deren Bau im Jahr 2007 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitfinanziert wurde. So kann den Kindern und Jugendlichen eine einheitliche Schul- und Berufsausbildung angeboten werden. Nach der siebenjährigen Grundschule treten sie in die Berufsschule ein, und können dort zwischen 4 Fachrichtungen wählen: Weberei, Mechanik, Schreinerei und Gastronomie/Küche. Die Ausbildung erfolgt sowohl theoretisch als auch praktisch, d.h. die Jugendlichen haben Unterricht nach dem ecuadorianischen Lehrplan für die Sekundarstufe 1 und Praxis in den Lehrwerkstätten. Auch werden sie im Laufe der drei Ausbildungsjahre an Betriebe in der Region vermittelt, um dort über einen längeren Zeitraum hinweg praktisch zu arbeiten. Der Abschluss nach 3 Jahren entspricht in etwa dem der deutschen Werkrealschule. Seit einigen Jahren erfolgt außerdem der Aufbau zum technischen Gymnasium, im Juli 2008 haben zum ersten Mal Schüler/Innen das Fachabitur am Colegio Kolping abgelegt. Damit ist ihnen der Weg an die Universitäten geöffnet, was für die indigene Bevölkerung sonst kaum möglich ist.

Die Schule beginnt um 7.00 Uhr und dauert bis 16.00 Uhr. Es ist eine richtige Gesamt- und Ganztagsschule mit Frühstück und Mittagessen für die insgesamt etwa 160 Kinder und Jugendlichen.

Die Schule ist vom ecuadorianischen Erziehungsministerium genehmigt und funktioniert als reine Privatschule. Geleitet wird die Schule sehr kompetent von der Direktorin Janeth López, die aus dem Dorf selbst stammt und die Nöte und Bedürfnisse der Familien und Kinder bestens kennt.

Ein Platz für einen Schüler kostet insgesamt monatlich etwa 90 US $. Da die meisten Familien nur sehr wenig Schulgeld bezahlen können, ist die Schule völlig von Spenden abhängig. Wir arbeiten mit dem Kindermissionswerk (Aktion „Sternsinger’) zusammen, dort werden alle Spenden um 20 % erhöht und dann direkt an die Schule gesandt. Selbstverständlich stellt das Kindermissionswerk auch Spendenquittungen aus.

Im Namen der „Unidad de Formación Artesanal Adolfo Kolping’ danke ich Ihnen sehr für Ihr Interesse und Ihr Engagement und grüße Sie auf Quichua:

Taita diusca paicunaman allichinga – Gott Vater lasse es euch gut gehen!

Yaruquies/Riobamba/Inzlingen, im Mai 2009

Gabriele Errerd

ehrenamtliche Mitarbeiterin
gabriele.errerd@web.de