Kleine Liturgie am Karfreitag, 10.04.2020

Informeller, thematischer Hintergrund:
Der Karfreitag (früher „Parasceve“ genannt) wurde vermutlich schon von den ersten Christen begannen als ein Tag des Fastens und der Trauer. Er behielt diesen Charakter über die Jahrhunderte bei. Schon Tertullina (Ende des 2. Jh.) bezeugte die Einhaltung dieses Tages als großen Fastentag. Die prostantischen Kirchen haben zunächst nur teilweise den Karfreitag als Feiertag übernommen. Im 17. Jh. erlebte er als Bußtag eine Renaissance, wobei er freilich seinen ursprünglichen Charakter verlor. Entgegen der früheren Praxis, an diesem Tag kein Abendmahl zu feiern, stand nun das Abendmahl im Vordergrund. Heute entwickelt sich die Feier des Tages wieder zu einer dem ursprünglichen Sinn angemessenen Praxis. Am Karfreitag hören wir, wie Jesus von Nazareth gekreuzigt wurde und starb. Die Gemeinde verstummt, lässt nur Gottes Wort reden. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass die Vesper nach der Todessstunde Jesu (ca. 15 Uhr) einzig aus der Lesung des Evangeliums besteht, zu der das Psalmgebet tritt. 

Evangelium Johannes 19,16-30
Pilatus überantwortete Jesus, dass er gekreuzigt würde. 17 Jesus trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. 19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. 20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. 21 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern, dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. 22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. 23 Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. 24 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.“ Das taten die Soldaten. 25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! 27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. 30 Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.

Psalm 22 (nach Peter Spangenberg, aus: Höre meine Stimme, 32)
Mein Gott, mein lieber Gott, warum bist du so weit weg?
Ich grüble und suche, ich rufe und weine: Alles bleibt still.
Den ganzen Tag lang quäle ich mich mit den Gedanken, warum du so weit weg bist,
und nachts finde ich nicht in den Schlaf.
Aus den Geschichten der Bibel weiß ich, dass du immer mitten drin warst im Leben der Menschen.
Aber ich komme mir so klein vor, so unwichtig
und habe den Eindruck, als würden andere Leute mich immer schräg ansehen.
Manchmal sehe ich wie im Traum die anderen um mich herum mit weit aufgesperrten Mäulern, als wollten sie mich fressen.
Lieber Gott, du hast mir doch zur Welt geholfen, als meine Mutter mich zur Welt brachte,
und wohlgefühlt habe ich mich, wenn sie mich stillte.
Sei dicht bei mir, ich brauche dich.
Ich brauche dich im Kampf gegen die Angst, die mich aufspießen und auf die Hörner nehmen will.
Oft denke ich, es hat alles keinen Sinn.
Dann schnürt es mir die Kehle regelrecht zu.
Du hörst mich doch?!
Ich möchte gern wieder in der Kirche sitzen, mit anderen zusammen beten und singen und zuhören, wenn gepredigt wird, und am Schluss sagen:
„Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.“

 

Wochenspruch aus Johannes 3,16
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

 

Ostern

Liebes Gemeindemitglied,
Liebe Leserin, Lieber Leser,

Ostern steht vor der Tür, doch unsere Türen sind geschlossen. Wie damals steht die Sorge ums Leben im Vordergrund. In der fremd- wie selbstverordneten Zurückgezogenheit werden mir persönlich die Zeilen von Angelus Silesius (1624-77) immer bedenkenswerter, die ich gerne mit Ihnen in der Kar- und Osterwoche teile:

„Was Gott ist, weiß man nicht: er ist nicht Licht, nicht Geist,
Nicht Wahrheit, Einheit, Eins, nicht was man Gottheit heißt.

Man kann den höchsten Gott mit allen Namen nennen,
Man kann ihm wiederum nicht einen zuerkennen.

Ich bin nicht außer Gott, und Gott nicht außer mir,
Ich bin sein Glanz und Licht, und er ist meine Zier.

Gott ist noch mehr in mir, als wenn das ganze Meer
In einem kleinen Schwamm ganz und beisammen wär.

Wer Gott um Gaben bitt’t, der ist gar übel dran:
Er betet das Geschöpf und nicht den Schöpfer an.

Ich weiß nicht, was ich bin: ich bin nicht, was ich weiß:
Ein Ding und nicht ein Ding, ein Pünktchen und ein Kreis.

Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir:
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.

Nichts ist, das dich bewegt, du selber bist das Rad,
Das aus sich selbsten läuft und keine Ruhe hat.

Die Ros’ ist ohn’ Warum, sie blühet, weil sie blühet,
Sie acht’ nicht ihrer selbst; fragt nicht, ob man sie siehet.

Soll ich mein letztes End und ersten Anfang finden,
So muss ich mich in Gott und Gott in mir ergründen

Und werden das, was er: ich muss ein Schein im Schein,
Ich muss ein Wort im Wort, ein Gott im Gotte sein.

Freund, es ist auch genug: Im Fall du mehr willst lesen,
So geh und werde selbst die Schrift und auch das Wesen.“

(aus: Der cherubinische Wandersmann, in: Hubertus Halbfas: Das Christentum, Düsseldorf 2004)

Ich wünsche Ihnen in aller Zurückgezogenheit und Andersartigkeit des hiesigen Festes:
Frohe und gesegnete Ostern!

Ihr Pfarrer Tobias Walkling

 

P.S.:
Falls Sie über die Kar- und Ostertage in Inzlingen unterwegs sein sollten, möchte ich Sie auf eine Aktion der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde aufmerksam machen: Ab Karfreitag werden Sie vor der Lukaskirche ein Bäumchen finden, daneben Bastelbögen für Segensblüten, die sie zuhause gestalten können. Wenn Sie wieder vorbei kommen, können Sie das Bäumchen damit schmücken. Nach Ostern werden diese geschmückten „Hoffnungsbäumchen“ an soziale Einrichtungen in Lörrach und Inzlingen übergeben werden.

Gottesdienstliche Angebote finden sie unter ekima.info oder eki-loerrach.de im Internet.

Kleine Liturgie am Sonntag Palmarum, 05.04.2020

Informeller, thematischer Hintergrund:
Der Name des Sonntags Palmarum leitet sich ab von dem Brauch, den König oder Feldherrn bei seinem Einzug in die Stadt Palmzweige schwingend und jubelnd zu begrüßen. Dieser Brauch wurde auch geübt, als Jesus in Jerusalem einzog. Allerdings erwartete man in ihm einen anderen König, nicht den, der sich am Kreuz offenbaren würde.
Der Sonntag Palmarum bedenkt den Einzug Jesu in Jerusalem. Zu diesem Zeitpunkt wird er noch als König gefeiert, wenig später wenden sich alle von ihm, selbst seine Jünger. Das Thema stellt uns als Gemeinde vor die Frage, wie wir diesen König heute empfangen. Wenden wir uns auch wieder von ihm ab, sobald die Stimmung der Menge umschlägt? Ist unsere Begeisterung nur eine Eintagsfliege? Sind wir treu? Können wir treuer sein als die Jünger? Ist nicht unser Christsein oft auch schon sehr ähnlich dem der Pharisäer und Schriftgelehrten, die letztlich Jesus verdammten? Diese Fragen gilt es zu bedenken.

Evangelium Joh 12,12-19
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): „15 Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, daß dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. 17 Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. 18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Psalm 69 (nach Peter Spangenberg, aus: Höre meine Stimme, 83)
Lieber Gott, komm und bleib dicht bei mir.
Das Wasser steht mir bis zum Hals, und ich habe das Gefühl: Ich versinke im Morast.
Meine Füße verlieren den Grund.
Meine Angst ist wie ein Abgrund, mir wird schwindlig.
Ich habe bald keine Tränen mehr; so viel habe ich geweint.
Meine Stimme ist heiser, weil ich so viel geschrien habe.
Vor meinen Augen ist es wie Nebel, ich kann nicht klar sehen.
Ich warte schon so lange auf dich.
Du kennst alle meine Schwächen.
Ich möchte nicht, dass es andere merken, damit sie nicht ihren Glauben verlieren,
weil sie mich so sehen.
Vieles hat sicher damit zu tun, dass ich mich zu dir bekenne.
Mit meinen liebsten Menschen verstehe ich mich oft nicht mehr.
Wirke ich zu fromm? Wirke ich eingebildet?
Zwischendurch habe ich mich zurückgezogen.
Es hat nichts genutzt.
Wenn ich Menschen treffe, die ich kenne, denke ich:
Jetzt reden sie schon wieder über mich und ziehen über mich her.
Halt mich fest, lieber Gott, zieh mich vom Abgrund zurück.
Ich weiß, dass du mich hörst, und das tut so gut.
Du weißt, worunter ich leide, du kennst, was mich drückt.
Ich hoffe oft, dass jemand kommt und mich in den Arm nimmt. – Aber es kommt keiner.
Sie speisen mich ab mit dummen Sprüchen und füttern mich mit klugen Ratschlägen.
Mir ist zum Heulen elend zumute.
Lieber Gott, nimm du mich in den Arm. – Ich will dir danken.

 

Wochenspruch Joh 3,14b.15
Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Gruß an die Gemeinde

Liebes Gemeindemitglied, Liebe Leserin, Lieber Leser,

seit gut 2 Wochen hat sich nun unser aller Leben, ob nun ganz privat oder öffentlich-kirchlich, grundlegend verändert. Die Begegnungen und der gegenseitige Austausch fehlen. Ein bisschen wie die Emmausjünger gehen wir alle zu zweit, auf Abstand, angefüllt mit Fragen: Musste es nicht so kommen? Haben wir’s nicht geahnt? Wer muss dran glauben? Was erscheint uns jetzt? Und wächst das Rettende mit? … Mich zumindest beschäftigen solche und auch ähnliche Denkfiguren; doch einfache Antworten und Lösungen finde auch ich nicht. Das geht wahrscheinlich wirklich nur gemeinsam, auf dem Weg, im Gespräch, und sei es auch nur zu zweit. „Reden hilft!“ sagt der Volksmund ja so passend.

Im Kreis der Kolleginnen und Kollegen sprechen wir auch viel miteinander. Versuchen gemeinsam Lösungen zu finden, wie Gemeinschaft, Kirche, Gottesbegegnung in diesen Zeiten gelingen kann. Als Pfarrteam haben wir uns in unserem Tun und Lassen aufgeteilt. Ich bin in den letzten Wochen – vielleicht hat es der ein oder andere auch schon aus der Presse erfahren – vor allem als Krankenhausseelsorger und medizinethischer Berater tätig. Wie kann man Leid gemeinsam tragen? Oder wie befürchtete Abschiede auch ohne Nähe dennoch würdig gestalten? Wenn es so kommt, wird das auch für uns alle nicht einfach sein. Und dennoch glaube ich, dass wir durch die Vorbereitungen vieler in unserem Landkreis einen Weg finden werden und nicht allein gelassen sind.

Andere meiner Kolleginnen und Kollegen sind sehr engagiert, mediale Formen des Gottesdienstes zu finden und zur Verfügung zu stellen. Ihr Angebot reicht vom Hausgebet bis zum live-übertragenen Gottesdienst. Schauen Sie mal selbst, vielleicht ist ja etwas passendes für Sie dabei: https://www.eki-loerrach.de/

Kurzum: Egal wo Sie gerade sind, ob nun zu Hause, beim Arbeiten für andere oder schlicht spazierend auf dem Weg, wünsche ich Ihnen allen, dass für Sie spürbar Gottes Segen auf Ihrem Tun und Lassen liegen möge. Bleiben Sie gesund und haben Sie’s gut!

Ihr Pfarrer Tobias Walkling

 

Pfarrer Tobias Walkling
Ev. Lukasgemeinde Inzlingen
Oberer Baselblick 5
79594 Inzlingen

fon +49 160 9675 7063
web lukaspfarrei.de

Kleine Liturgie am Sonntag, Judika, 29.03.2020

Informeller, thematischer Hintergrund
Der Name des Sonntags Judika leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Judica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta“(Ps 43,1). Nach dem Sonntag Laetare, an dem die Hingabe Jesu bedacht wurde, betont nun der Sonntag Judika den Gehorsam Christi genau so wie unseren Ungehorsam. Es geht also um unsere Antwort auf Gottes Handeln und Gebot, die unaufgebbare Dualistik der Gnade Gottes: Wenn sie nicht angenommen wird, kann sie auch nicht wirken. Es ist die Freiheit der Selbstentscheidung, von Gott geschenkt, die und auch das Verderben bringen kann. Die Texte zeigen uns in teilweise grausamer Härte, wie Gehorsam immer auch zum Segen führt.

Evangelium Joh 18,28-19,5 (nach Basisbibel)
Vom Palast des Kajaphas brachte man Jesus zum Palast des Gouverneurs, dem sogenannten Prätorium. Es war früh am Morgen. Die Leute gingen nicht ins Prätorium hinein, um nicht gegen die Reinheitsvorschriften zu verstoßen. Sie wollten ja bald darauf am Passamahl teilnehmen. Deshalb kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: „Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Mann?“ Sie antworteten: „Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn nicht zu dir gebracht!“ Pilatus entgegnete ihnen: „Nehmt ihr ihn doch und verurteilt ihn nach eurem eigenen Gesetz.“ Da sagten die Vertreter der jüdischen Behörden: „Wir dürfen aber niemanden hinrichten!“ So ging das Wort in Erfüllung, mit dem Jesus vorausgesagt hatte, welchen Tod er sterben musste. Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein. Er ließ Jesus rufen und fragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus antwortete: „Fragst du das von dir aus oder haben andere dir das über mich gesagt?“ Pilatus erwiderte: „Bin ich etwa ein Jude? Dein eigenes Volk und de führenden Priester haben dich zu mir gebracht. Was hast du getan?“ Jesus antwortete: „Mein Königreich liegt nicht in dieser Welt. Wenn mein Königreich in dieser Welt liegen würde, hätten meine Leute für mich gekämpft. Dann wäre ich jetzt nicht in den Händen der jüdischen Behörden. Nein, mein Königreich liegt nicht in dieser Welt!“ Pilatus fragte weiter „Also bist du doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es: Ich bin ein König! Das ist der Grund, warum ich geboren wurde und in diese Welt gekommen bin: Ich soll als Zeuge für die Wahrheit eintreten. Jeder, der selbst von der Wahrheit ergriffen ist, hört auf das, was ich sage.“ Da fragte Pilatus ihn: „Wahrheit – was ist das?“ Nach diesen Worten ging Pilatus wieder zu den Vertretern der jüdischen Behörde hinaus. Er sagte: „Ich halte ihn für unschuldig. Es ist aber üblich, dass ich euch zum Passafest einen Gefangenen freigebe. Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse?“ Da schrien sie: „Nein, nicht den, sondern Barabbas!“ Barabbas war ein Verbrecher. Daraufhin ließ Pilatus Jesus abführen und auspeitschen. Die Soldaten flochten eine Krone aus Dornenzweigen und setzten sie ihm auf den Kopf. Sie hängten ihm einen purpurfarbenen Mantel um. Dann stellten sie sich vor ihn hin und riefen: „Hoch lebe der König der Juden!“ Dabei schlugen sie ihm ins Gesicht. Pilatus ging noch einmal zu den Leuten hinaus und erklärte ihnen: „Seht doch! Ich lasse ihn zu euch herausbringen. Ihr sollt wissen, dass ich keinen Grund finde, um ihn zu verurteilen!“ Jesus kam heraus. Er trug die Krone aus Dornenzweigen und den purpurfarbenen Mantel. Pilatus sagte zu en Leuten: „Sehr doch! Da ist der Mensch!“

Tagesgebet nach Fritz Baltruweit (aus: gemeinsam Gottesdienst gestalten 4)
Gott, wo ich lebe und bin, bleib nicht verborgen. Wo ich Unrecht erleide, schaffe mir Recht. Lass mich etwas von deiner Güte und deiner Gerechtigkeit erfahren, wo ich lebe und bin.

Wochenspruch Mt 20,28
Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zur Erlösung für viele zu geben. 

Kleine Liturgie am Sonntag Laetare, 22.03.2020

Kleine Liturgie am Sonntag Laetare, 22.03.2020

Informeller, thematischer Hintergrund:  Der Name des Sonntags Laetare leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: „Laetare cum Jerusalem, et exsultate in ea, omnes qui diligitis eam“ (Jes 66,10). Der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und wird deshalb auch „Mittfasten“ genannt.
Nachdem bisher der Aspekt unserer Schuld gegenüber Gott stärker in den Vordergrund getreten ist, tritt nun am Sonntag Laetare Gottes Handeln an uns in den Vordergrund als Antwort auf unsere Verfehlungen. Dadurch wird der wichtige Aspekt des Evangeliums deutlich, dass wir eben in erster Linie durch Gottes Hilfe frei werden von unseren Verfehlungen, und nicht durch unsere eigenen Werke. Dass Gott aus freien Stücken gibt, um uns zu erlösen, ist die große Freude des Evangeliums, das auch in der Fastenzeit uns durchträgt!

Evangelium Joh 6,47-51 (nach Basisbibel)
Amen, amen, das sage ich euch:
Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind trotzdem gestorben.
Aber dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt. Wer davon isst, wird nicht sterben.
Ich bin das Lebensbrot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit diese Welt leben kann.

Psalm 84 in der Übertragung von Hanns Dieter Hüsch und Uwe Seidel
Bei dir lässt es sich leben, mein Gott!
Meine Seele suchte eine Wohnung und fand sie nicht.
Die Vögel unter dem Himmel haben Nester für ihre Jungen,
die Lilien auf dem Felde ihren Ort, an dem sie Wurzeln schlagen,
aber Du bist in den Kirchen nicht zu finden.

So habe ich mich auf den Weg gemacht,
bin durch Einöden und trostlose Länder gezogen,
habe die Menschen und fremde Welten erlebt.
Und auf dem Weg zu Dir, Gott,
bei den geringsten meiner Brüder und Schwestern,
bei den Ärmsten der Armen, bei den Ruhe- und Rastlosen,
mitten unter ihnen, habe ich Dich gefunden.

Du schaffst Menschlichkeit, wo Unmenschen regieren,
Du zeigst Liebe, wo Gleichgültigkeit den Tag lähmt,
Du wohnst bei den Ärmsten und schläfst bei den Geschändeten.
Deine Liebe ist grenzenlos.

Der Sonne schenkt, wo Schatten ist,
erleuchte uns mit Deinem Geist.
Der uns erwärmt, wo Kälte klirrt,
taue uns auf mit Deiner Güte.
Der uns bewegt, wo wir erstarrt,
bring uns auf den Weg ins Leben.

(aus: Ich stehe unter Gottesschutz, Düsseldorf 13.Aufl. 2014)

Wochenspruch Joh 12,24
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Auswirkungen wegen Corona-Virus (CoVid-19-Infektion)

Liebes Gemeindemitglied,
liebe Leserin, lieber Leser,

angesichts der gegenwärtigen Lage um CoVid-19 fallen alle Veranstaltungen und Gottesdienste in und von der Lukaskirche bzw. -gemeinde bis 19.04.2020 aus. Die am 26.04.2020 angesetzte Konfirmation ist bis auf weiteres verschoben. Als Ersatz für mögliche Hausandachten stelle ich Ihnen ab Freitag via Homepage (lukaspfarrei.de) „kleine Liturgien“ zu den kommenden Sonntagen und Osterfeiertagen zur Verfügung. In seelsorglichen Fällen scheuen Sie sich nicht mit mir Kontakt aufzunehmen (Tel. 18040).

Ich bitte um Ihr Verständnis.

Bleiben Sie gesund und vertrauen Sie darauf, dass auf all Ihrem Tun und Lassen Gottes Segen ruht.

Ihr Pfarrer Tobias Walkling