Adolfo-Kolping-Schule in Ecuador

Die Lukasgemeinde Inzlingen unterstützt die Adolfo-Kolping-Schule in Yaruquies/Riobamba, Ecuador

Unidad de Formación Artesanal „ADOLFO KOLPING‘
Calle 24 de Mayo y s/n vía a Puctus
Yaruquies/Riobamba, Ecuador

Spendenkonto:
Kindermissionswerk „Die Sternsinger“

IBAN: DE 95 3706 0193 0000 001031
BIC: GENODED1PAX 

Verwendungszweck unbedingt angeben:
P 11 0217 003 Schule Riobamba

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Sommer 2017

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Adolfo-Kolping-Schule in Yaruquíes/Ecuador,

dank Ihnen und Ihrer Treue arbeitet unsere Schule nun schon seit mehr als 18 Jahren mit sichtbarem Erfolg! In dieser Zeit gab es gab manche Veränderungen. Einiges kam neu dazu. Aus Pfarrer Wolfgang Schafts ursprünglich dreijähriger Berufsschule wurde inzwischen ein staatlich anerkanntes Technisches Gymnasium: wir sind eine „Unidad Educativa“, eine Schule mit einem Angebot von der 1. bis zur 13. Klasse. Die wichtigste Veränderung bedingt dabei das ecuadorianische Schulgesetz, das seit einigen Jahren eine 13jährige Schulpflicht für alle vorschreibt.
Mit Ihrem Engagement, liebe Spenderinnen und Spender aus Deutschland, der Schweiz und Spanien, haben Sie alle Veränderungen mitgetragen. Durch Sie ist die Schule zu dem geworden, was sie heute ist: eine in der Region weithin geschätzte Ausbildungsstätte für Kinder und Jugendliche der ärmeren Bevölkerungsschichten!

Pfarrer Wolfgang Schaft, der Gründer unseres Projekts, lebt auch sieben Jahre nach seinem Tod in den Herzen der Menschen weiter, in Ecuador wie hier bei uns. Sein Bild hat seinen Platz bei jedem Schulgottesdienst.

Ecuador
hat seit Mitte Mai einen neuen Präsidenten. Die Stichwahl im April ergab eine hauchdünne Mehrheit für den linkssozialistischen Kandidaten Moreno, der die „Bürgerrevolution“ seines Vorgängers gemäßigt fortführen will. Nach dem sehr knappen Wahlausgang gab es viele Unruhen im Land, die Parteien warfen sich gegenseitig Korruption und Manipulation vor. Inzwischen hat sich die Lage wieder beruhigt. Tatsache ist, dass die Wirtschaft immer noch stagniert, weil niemand investieren will, bevor die konkreten Pläne der neuen Regierung auf dem Tisch liegen. Nach wie vor gehen viele Arbeitsplätze verloren, während die Preise weiter unaufhaltsam steigen. In diesem Zusammenhang machen uns besonders die möglichen Auswirkungen auf den Bildungsbereich große Sorgen. Wie alle privaten Institutionen erhalten wir keinerlei staatliche Unterstützung, finanzieren uns also allein aus Ihren Spenden.

 In der Adolfo-Kolping-Schule
geht unsere Arbeit stetig und zukunftsorientiert weiter. Schulleiterin Janeth López und ihr Team behalten die Qualität der Ausbildung und das Wohl unserer 300 Schülerinnen und Schüler im Blick. Mit fünf Jahren kommen die Kleinen zu uns in die erste Klasse und haben Grundstufenunterricht nach Lehrplan.

Von der 8. Klasse an bieten wir zusätzlichen Unterricht in drei Berufsfeldern: Holz, Metall und Gastronomie. Die Jugendlichen wählen ihren Fachbereich und vertiefen ihre Kenntnisse darin dann in der Oberstufe von der 11. bis zur 13. Klasse. Danach legen sie die Fachhochschulreife in ihrem Schwerpunktfach ab. Zwar sieht das ecuadorianische Schulgesetz diese Besonderheit nicht vor, da wir jedoch eine Privatschule sind, können wir dieses Angebot trotz vieler bürokratischer Hindernisse zusätzlich leisten. Mit der Prüfung nach der 13. Klasse haben unsere Absolventen dann die Fachhochschulreife und einen anerkannten Abschluss in ihrem Berufsfeld. Damit finden sie in der Regel sofort eine qualifizierte Arbeit. Ihnen steht auch der Zugang zu den polytechnischen Hochschulen oder Universitäten offen. Die Mehrheit unserer Absolventen finanziert sich ihr Studium durch Arbeit selbst.

Die meisten unserer Kinder und Jugendlichen haben sehr weite Schulwege und müssen schon gegen 6.00 Uhr morgens zu Hause los, zu Fuß oder mit öffentlichen Bussen. Deshalb bekommen alle in der Schule ein Frühstück und ein vollwertiges Mittagessen. Das sind für einige die einzigen Mahlzeiten des Tages. Die Grundstufenkinder erledigen nach dem Mittagessen unter Aufsicht ihre Hausaufgaben in der Schule, während die Großen ihrer fachpraktischen Ausbildung nachgehen. Bei Schulschluss um 16.00 Uhr machen sich alle auf ihren langen, teils beschwerlichen Heimweg.

Danke
Ihnen allen, dass Sie uns helfen, Pfarrer Wolfgang Schafts Lebenswerk erfolgreich weiterzuführen! Danke an alle, die mit einer Patenschaft regelmäßig einen Ausbildungsplatz für einen unserer Schützlinge mitfinanzieren. Unsere Kinder und Jugendlichen freuen sich über die „Pateneltern“ in Europa und schreiben gerne jährlich einen kurzen Gruß, der für die Paten diesem Rundbrief beiliegt. Herzlichen Dank sagen wir, wie immer, dem Kindermissionswerk, mit dem uns eine langjährige Projektpartnerschaft verbindet. So kommt wirklich jeder einzelne Cent an! ‚Die Sternsinger’ prüfen unsere Arbeitsberichte und Bilanzen, verwalten unser Projektkonto und stellen die Spendenbescheinigungen aus.

Unsere Schweizer Unterstützerin Rosa Frei-Weisskopf und ihr Verein „La Rosa“ vermitteln uns immer wieder Patenschaften. Durch ihre jährlichen Besuche in Yaruquíes sieht Rosa, wo und wie sie uns ganz konkret und nachhaltig helfen kann. Danke für alles, liebe Rosa!

Für das wirklich großzügige Engagement unserer spanischen Freunde sind wir von Herzen dankbar!

Danke an den Lörracher Förderkreis „Andenhospital Chimborazo“, der bei der Auflösung seines Vereins auch unsere Schule bedachte! Das Hospital in Riobamba wurde ja ebenfalls von Pfarrer Schaft gegründet.

Meine nächste Reise nach Ecuador habe ich für 2018 geplant. Doch durch die modernen Kommunikationsmittel bin ich fast täglich in Kontakt mit der Schule.

Ich schließe meinen heutigen Bericht mit herzlichen Grüßen aus der Schule in Yaruquíes: alle Eltern, Kinder, Jugendlichen und die Lehrkräfte wissen um die große Hilfe aus Europa und sind Ihnen dankbar dafür!

 

Mit vielen Sommergrüßen aus Inzlingen
Ihre Gabriele Errerd

gabriele.errerd@web.de

Bankverbindung
Kindermissionswerk DIE STERNSINGER

IBAN : DE95 3706 0193 0000 0010 31
BIC : GENODED1PAX
Verwendungszweck unbedingt angeben:
P 11 0217 003 Schule Riobamba

 


 

 

Weihnachten 2016

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Adolfo-Kolping-Schule in Yaruquíes/Ecuador,

vor nunmehr fast 18 Jahren hat Padre Lobito, wie die Menschen ihn hier nennen, die Adolfo-Kolping-Schule gegründet, und mit Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender aus Deutschland, der Schweiz und Spanien, führen wir sein Lebenswerk weiter. Durch Ihr Vertrauen und Ihre Hilfe können wir erfolgreich arbeiten – haben Sie ganz herzlichen Dank dafür!
Am 1. Dezember jährt sich Pfarrer Wolfgang Schafts Todestag bereits zum sechsten Mal. Wie in jedem Jahr feiert die Schule, zusammen mit dem ganzen Dorf Yaruquíes, einen Gottesdienst im Gedenken an ihn.

Ecuador
gehört immer noch zu den ärmeren Ländern Lateinamerikas. In der Küstenregion sind die Schäden des verheerenden Erdbebens vom April noch längst nicht behoben. Viele Menschen dort hausen in provisorischen Unterkünften, zahlreiche Schulen und andere öffentliche Gebäude sind noch nicht wieder aufgebaut. Die politische Situation ist im Augenblick, wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen, relativ stabil. Es stehen acht Kandidaten zur Wahl, aber bislang überzeugt keiner. Der bisherige Präsident kann nicht mehr kandidieren. Die Wirtschaft stagniert gerade stark, niemand will mehr investieren. Die Sorge vor neuen, noch höheren Steuern einer neuen Regierung ist groß. Viele kleinere Geschäfte und Unternehmen mussten schließen, da die Abgaben schon jetzt nicht mehr zu finanzieren waren. Dadurch gingen natürlich auch viele Arbeitsplätze verloren, und mehr Menschen als noch vor zwei Jahren sind auf Tagelöhnerarbeiten, ohne jede soziale Absicherung, angewiesen. Die Preise steigen in allen Bereichen unaufhaltsam weiter!

Es gibt durchaus positive Veränderungen in Gesundheitsfürsorge und Infrastruktur des Landes, und auch der Bildungsbereich bleibt Schwerpunkt der Politik. Als Privatschule jedoch erhalten wir keinerlei staatliche Unterstützung, finanzieren uns also allein aus Ihren Spenden. Wie alle privaten Institutionen müssen wir ständig und immer höhere bürokratische Hürden meistern. Umständliche Genehmigungen und neue Vorschriften, deren Sinn sich nicht immer erschließen lässt, rauben uns wertvolle Arbeitszeit.

In der Adolfo-Kolping-Schule
war ich nun wieder für einige Wochen. Das Leben auf fast 3000 m Höhe, die täglichen Temperaturschwankungen, die körperlichen Strapazen, zum Beispiel bei Hausbesuchen, stecke ich nicht so einfach weg. Zusammen mit unserer Sozialarbeiterin Martha habe ich viele unserer Kinder und Jugendlichen in ihren Hütten, wo Vulkanstaub und Kälte durch alle Ritzen dringen, besucht. Manchmal ein mühsames Unterfangen, denn die Familien wohnen hoch oben in weit abgelegenen Behausungen, die man oft nur zu Fuß erreichen kann. Auf dem Foto sehen Sie mich mit den Kindern auf der Pritsche eines Pick-ups, bevor es hinauf in die Berge geht.

riobamba-11-2016 Diese Familienbesuche helfen uns, das soziale Umfeld unserer Kinder kennenzulernen und zu verstehen. Umgekehrt sind die Eltern sehr dankbar für das Interesse an ihrer Lebenssituation und ihrem Schicksal. Immer wieder spüre ich die große Dankbarkeit und Hoffnung, die die Menschen hier in unsere Arbeit an der Schule, in Bildung und Ausbildung ihrer Kinder setzen.

Mit Schulleiterin Janeth López, Konrektor Daniel Cabezas und unserem ecuadorianischen Trägerverein stellen wir die Weichen für die erfolgreiche Weiterarbeit der Schule. Wir sind nun eine „Unidad Educativa“, eine Schule von der 1. bis zur 13. Klasse. Das ecuadorianische Schulgesetz schreibt 13 Jahre Schulpflicht vor. Unter 18 Jahren darf kein Jugendlicher offiziell arbeiten. Von der 8. Klasse an bieten wir zusätzlich eine Ausbildung in den Berufsfeldern Metall, Holz, Gastronomie/Küche an. Für unsere Jugendlichen bedeutet das eine Doppelbelastung: neben dem normalen Lehrplan haben sie auch theoretischen und praktischen Unterricht in der gewählten Fachrichtung und dadurch täglich von 7.00 Uhr bis 14.30 Uhr Unterricht. In den Ferien absolvieren sie verschiedene Praktika in Betrieben der Region. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn mit ihren soliden Kenntnissen finden unsere Schulabgänger in der Regel sofort nach der Fachhochschulreife eine qualifizierte Arbeit. Die Arbeitgeber wissen: wer vom „Kolping“ kommt, kann etwas! Natürlich stehen unseren Schulabgängern auch die Fachhochschulen und Universitäten offen. Die meisten finanzieren ihr Studium, indem sie gleichzeitig einer Arbeit nachgehen.

Eine besondere Freude ist für mich, ehemalige Schüler als Lehrkräfte bei uns zu begrüßen: Johnny und Galo arbeiten bereits das zweite Jahr hier in den naturwissenschaftlichen Fächern, in Mathematik und im Fachbereich Metall. Inzwischen sind auch schon die ersten Kinder unserer ehemaligen Schülerinnen und Schüler bei uns in der Grundstufe!

Zusammen mit unserer bewährten Buchhalterin Doña Lucia haben wir den Finanzplan fürs Jahr 2017 erstellt. Mit Sorge schauen wir dabei auf den schwachen Euro-Wechselkurs und die gestiegenen Lebensmittelpreise. Alle unsere 300 Kinder und Jugendlichen bekommen ein Frühstück und ein vollwertiges Mittagessen, für die meisten die einzigen Mahlzeiten des Tages. Auch die Lehrergehälter dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren. Noch immer verdient eine Lehrkraft bei uns nur etwa drei Viertel des an staatlichen Schulen gezahlten Gehalts.

Jedes Mal wenn ich aus Ecuador zurückkomme, wird mir wieder sehr deutlich bewusst, WIE PRIVILEGIERT WIR HIER IN EUROPA SIND, wie gut es uns geht mit unserer rundum funktionierenden Infrastruktur, unserem abgesicherten sozialen Leben!

riobamba-2-11-2016

Danke,
liebe Spenderinnen und Spender, dass wir Sie nach wie vor an unserer Seite haben! Auch weiterhin sind wir auf jeden Cent angewiesen. Jeder Beitrag hilft! Mit dem Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ verbindet uns eine verlässliche Projektpartnerschaft, und wir sind sehr froh, dass dort unsere Arbeitsberichte und Bilanzen geprüft, unser Spendenkonto verwaltet und die Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

Wie immer ein herzliches Dankeschön an Rosa Frei-Weisskopf aus Wattwil/Schweiz und ihren Verein „La Rosa“ für die vielfältige Hilfe. Rosa hat uns gerade wieder in Yaruquíes besucht.

„Muchísimas Gracias“ nach Spanien, wo viele Menschen mit ihrem ideellen und finanziellen Engagement zum Erfolg unserer Arbeit beitragen. Auch unser Unterstützer aus Sevilla, Joaquín Egea, wird Ende des Jahres wieder für einige Zeit an der Schule mitarbeiten.

Danke an unsere jungen Freiwilligen aus Deutschland und der Schweiz, die im vergangenen Jahr einen unbezahlten Einsatz leisteten. Ihr wart uns eine echte Hilfe!

Wie immer, fiel mir der Abschied von diesen lieben, fröhlichen, dankbaren Menschen nicht leicht. Aber ich freue mich auch auf die Advents- und Weihnachtszeit hier zu Hause.

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich eine gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, erfolgreiches Neues Jahr!

Zum Schluss ein herzlicher Gruß unserer Schulleiterin Janeth López:
Dios le pague y que Dios traiga muchas bendiciones a sus familias. Gracias a todos en Alemania, Suiza y España. ¡Feliz Navidad y próspero año nuevo!

 

Ihre Gabriele Errerd         und       Janeth López
Sonnhalde 3                                      Schulleiterin
D-79594 Inzlingen                           Adolfo-Kolping-Schule
gabriele.errerd@web.de

 

Bankverbindung:

Pax-Bank eG
IBAN : DE95 3706 0193 0000 0010 31
BIC : GENODED1PAX
Verwendungszweck unbedingt angeben:
P 11 0217 003 Schule Riobamba

 

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Frühjahr 2016  

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Adolfo-Kolping-Schulein Yaruquíes/Ecuador!

Die gute Nachricht zuerst:
das schwere Erdbeben vom 16. April in Ecuador spürte man in Yaruquíes und Umgebung zwar heftig, aber niemand aus den Familien unserer Kinder und Jugendlichen und der Schulgemeinschaft wurde verletzt. Alle Gebäude blieben unversehrt. Es gab keine nennenswerten Schäden, weder in der Schule noch in den Dörfern ringsum. Das Epizentrum des Bebens liegt im Nordwesten des Landes an der Küste, unsere Schule im Andenhochland (Luftlinie etwa 300 km Entfernung).

Danke für Ihre Mitsorge für unsere Schule und Ihre zahlreichen Reaktionen über Telefon oder E-Mail. Sie zeigen uns, dass wir Sie, besonders auch in Notsituationen, an unserer Seite haben.

Sára, angehende Sozialpädagogin aus Deutschland, die gerade einen freiwilligen Einsatz bei uns absolviert und im Schulgebäude wohnt, schildert uns ihre Eindrücke:

„Am Samstagabend saß ich auf der Treppe vor meinem Zimmer und telefonierte mit einer Freundin. Plötzlich fing alles an zu wackeln, die ganze Schule bewegte sich, Gegenstände fielen um, und der Boden unter den Füßen bebte. Ich erschrak furchtbar! Nach einer knappen Minute war alles vorbei, doch die Basketballkörbe im Schulhof schwankten noch immer hin und her, wie von Geisterhand bewegt. In diesem Augenblick ahnten wir natürlich nicht, was zur gleichen Zeit in der Küstenregion vor sich ging. Im Inland wurde sofort eine amtliche Nachrichtensperre verhängt, dennoch erreichten uns in den folgenden Tagen immer schlimmere Nachrichten, Berichte und Bilder von dort. (Zu Ihrer Information: über 650 Tote, knapp 5000 Verletzte, 30000 Menschen verloren ihr Hab und Gut, fast 300 Schulen und 10000 Häuser wurden zerstört, Wasser- und Stromversorgung unterbrochen.)

riobamba-2-11-2016Ecuador 05.1 2016

Wir im Andenhochland sind buchstäblich mit dem Schrecken davongekommen!

Am nächsten Schultag fand, wie an jedem Montag, die Schulversammlung im Hof statt. Nach einer Schweigeminute sangen wir, wie immer, die Nationalhymne. Trauer und Schrecken auf den Gesichtern unserer Kinder und Jugendlichen, der Lehrkräfte und der anwesenden Eltern prägten die Versammlung.

In den kommenden Tagen erschütterten mehrere starke Nachbeben die Küstenregion. Sie waren auch bei uns unmittelbar zu spüren. Die Angst, besonders bei unseren Grundstufenkindern, nahm beständig zu. Wir führten erneut die üblichen Katastrophenübungen durch, damit alle genau wissen, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben – für unsere Kleinen eine zusätzliche psychische Belastung.

Am Dienstag beschlossen dann die Lehrkräfte in einer Krisensitzung, das geplante Schulfest ausfallen zu lassen und die dafür vorgesehenen Mittel als Sachspenden (Hygieneartikel, Geschirr, Insektenschutzmittel) der betroffenen Region zur Verfügung zu stellen. Auch die Eltern unserer Schulgemeinschaft helfen mit und bringen, was sie erübrigen können: Trinkwasser in Flaschen, Lebensmittelkonserven, Produkte ihrer Felder und Gärten wie getrocknete Bohnen, Getreide, Mais usw. Die Lehrkräfte verzichten freiwillig auf einen Teil eines Monatsgehaltes. Damit soll in der nächsten Woche ein Kleinlaster gemietet werden, der die gesammelten Spenden direkt in das Erdbebengebiet bringt. Denn nach wie vor gibt es dort kleine Ortschaften, die noch gar keine Hilfe erfahren haben. Wir wollen, dass unsere Unterstützung auch wirklich unmittelbar bei den betroffenen Menschen ankommt. Einige Lehrkräfte werden diese mühsame und wegen der zerstörten Straßen und Brücken auch gefährliche Autofahrt von sieben Stunden auf sich nehmen und sich um eine gerechte Verteilung kümmern.

In unserem Dorf Yaruquíes und auch in Riobamba gibt es staatliche Spenden-Sammelstellen. Eine Woche nach dem Erdbeben bekamen die kirchlichen Schulen, also auch wir, von Seiten der Diözese den Auftrag, von Tür zu Tür zu gehen und um Sach- und Geldspenden zu bitten. Und obwohl schon viele Organisationen da gewesen waren, bekamen wir viel zusammen! Ganz Ecuador zeigt sich solidarisch!

Unser Religionslehrer begann sofort, mit den Grundschülern für die Kinder und Familien, die alles verloren haben, Kärtchen zu schreiben, zu malen und zu basteln. Wir wollen nicht nur materielle Unterstützung schicken, sondern auch unser Mitgefühl ausdrücken. Unsere Kinder und Jugendlichen zeigen großes Mitleid und arbeiten mit viel Liebe, Mühe und Hingabe an schön gestalteten Kärtchen für die Erdbebenopfer.

Ecuador 05 2016

In der ganzen Schule herrscht eine andere Stimmung als gewöhnlich. Immer wieder wird über das Erdbeben gesprochen. Alle haben Angst, dass sich auch hier Ähnliches ereignen könnte. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis der normale Alltag zurückkehrt. Die betroffenen Menschen an der Küste werden sehr lange auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sein.“

Mit einem herzlichen Gruß an Sie alle schließt Sára ihren aktuellen Bericht.

Danke,
Ihnen allen, liebe Spenderinnen und Spender aus Deutschland, der Schweiz und Spanien, für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung. Nur mit Ihrer Hilfe können wir Pfarrer Wolfgang Schafts Lebenswerk erfolgreich weiterführen. An seinem fünften Todestag am 1. Dezember feierte die Schule sein Andenken wieder mit einem großen Gottesdienst, zu dem viele Menschen aus der ganzen Umgebung kamen.

Herzlichen Dank sagen wir, wie immer, dem Kindermissionswerk, mit dem uns eine langjährige Projektpartnerschaft verbindet. „Die Sternsinger“ prüfen unsere Arbeitsberichte und Bilanzen und stellen die Spendenbescheinigungen aus. So kommt wirklich jeder Cent an! Unserer Schweizer Unterstützerin Rosa Frei-Weisskopf und ihrem Verein „La Rosa“ sind wir sehr dankbar für die weitreichende Unterstützung! Ein großes Dankeschön geht auch nach Spanien, wo vielen Menschen die Adolfo-Kolping-Schule ein Herzensanliegen ist.

Aus aktuellem Anlass hat mein Rundbrief heute einen etwas anderen Inhalt, als Sie es gewohnt sind. Alle, die mit einer Patenschaft regelmäßig einen Ausbildungsplatz für ein Kind mitfinanzieren, bitte ich dieses Mal um Verständnis, dass der persönliche Gruß des Patenkindes diesem Brief nicht beiliegt. Das war so schnell jetzt nicht zu schaffen. Danke für Ihre Geduld!

Meinen nächsten Bericht erhalten Sie um die Weihnachtszeit direkt aus der Schule. Ende September fliege ich nach Ecuador und freue mich darauf, wieder einmal für ein paar Monate vor Ort in Yaruquíes zu sein und zusammen mit unserem ecuadorianischen Trägerverein den Weg der Adolfo-Kolping-Schule mitzugestalten.

Ich schließe mit einem Gruß unserer Schulleiterin Janeth López: „Danke an alle Spenderinnen und Spender, dass Sie uns helfen zu helfen. Dass unsere Eltern und Kinder von Ihnen täglich Hilfe erfahren, sensibilisiert sie, sich ihrerseits für ihre Mitmenschen im Erdbebengebiet einzusetzen.“

Ihre Gabriele Errerd
Sonnhalde 3
D-79594 Inzlingen
gabriele.errerd@web.de

 

Bankverbindung
Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ Pax-Bank eG
IBAN : DE95 3706 0193 0000 0010 31
BIC : GENODED1PAX

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P 11 0217 003 Schule Riobamba